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Nationalpark Bayerischer Wald (2/2)
Rachel und Rachelsee
Zwischen Falkenstein und Lusen thront der nach dem Großen Arber (1.455 m) zweithöchste Berg des Bayerischen Waldes - der Große Rachel (1.453 m). Ihm zu Füßen liegt der gleichnamige See.
Der Rachelsee ist gut erschlossen und kann über einfache Wegstrecke auch von Familien mit Kleinkindern besucht werden. Ein schöner Ausgangspunkt für eine kurze Wanderung zum See ist die Racheldiensthütte, die auch vom sogenannten "Igelbus" direkt angesteuert wird. Dementsprechend finden von hier aus an Wochenenden und bei Schönwetterlagen zahlreiche Wanderer ihren Weg zum sagenumwobenen See.
Rund um den Karsee, dessen Areal bereits 1918 als Naturschutzgebiet ausgewisen wurde, hat sich ein sehenswerter Urwald ausgebildet. Im Uferbereich ragen viele Stämme quer in den See hinein. Gleich einem Amphitheater liegt der See mit seiner steilen Seewand äußerst idyllisch an der Flanke des Rachels, dessen Gipfel von hieraus in einer ca 1-stündigen Wanderung bestiegen werden kann. Der Weg führt vorbei an der Rachelkapelle, deren Holzbau auf einem markanten Felsvorsprung der Rachelseewand steht und einen sehr schönen Blick hinunter zum See gewährt. Hat man schließlich die Felsenkanzel des Rachel erreicht wird man bei Föhn oder inversiven Wetterlagen mit einer weiten Aussicht bis zur nördlichen Alpenkette belohnt.
Lusen - ein Blockmeer im "Urwald von morgen"
Der Lusen ist mit 1.373 Metern die zweithöchste Erhebung im Nationalpark Bayerischer Wald. Empfehlenswert für eine Fotowanderung ist der Aufstieg zum markanten Lusengipfel durch das wildromantische Bachtal der Kleinen Ohe. Kurz vor dem Ortseingang der Siedlung Waldhäuser befindet sich ein kleiner Parkplatz. Von dort geht es zunächst immer entlang der Kleinen Ohe. Mit ihrem natürlichen Bachlauf, den moosbedeckten Granithöckern und zahlreichen Kaskaden ist die Kleine Ohe ein fotografischer Leckerbissen und wahrscheinlich einer der von Naturfotografen meistabgelichteten Bachläufe Deutschlands. Mit etwas Glück und Geduld läßt sich hier auch die scheue Wasseramsel erspähen.
Es geht weiter bergauf vorbei an der Martinsklause, einem ehemaligen Triftteich, bis zum "Teufelsloch", durch welches man dem dumpfen Sprudeln der nun tief unter Granitfelsen begrabenen Kleinen Ohe lauschen kann. Der Weg verläuft weiter bis zur Schutzhütte am Böhmweg. Von dort geht es weiter durch die Kernzone zum Lusen.
Der Weg führt jetzt durch den vom Borkenkäferbefall stark beeinträchtigten Bereich. Wo einst dichter Nadelwald stand breitete sich ab Mitte der 90er Jahre der Borkenkäfer aus und beschädigte auf einer gschlossenen Fläche von ca. 4.000 Hektar den Wald rund um den Lusengipfel. Dem Nationalparkgedanken ("Natur Natur sein lassen") folgend wurden keinerlei künstliche Abwehmaßnahmen ergriffen, so dass die Wanderwege heute durch einen oberflächlich betrachtet toten Wald führen. Im Schatten der abgestorbenen Nadelgehölze entwickelt sich aber bereits ein neuer und sehr artenreicher Wald mit hohen ökologischem Wert.
Schnurrgerade führt der Weg durch diesen nachwachsenden Waldbestand zur letzten Etappe der Lusenbesteigung, der sogenannten "Himmelsleiter". Diese Steintreppe führt direkt hinauf zum Gipfelbereich der ringsum mit unzähligen Granit-Blöcken umsäumt ist. Das Blockmeer ist durch durch Frostverwitterung entstanden und gilt als eines der schönsten Geotope Bayerns. Am Gipfelrand befindet sich das Lusenschutzhaus, welches über eine Schotterstraße auch im früh einsetzenden Winter erreichbar ist.
Tierfreigehege Neuschönau
Der Bayerische Wald ist auch ein beliebtes Fotoreiseziel von Tierfotografen. Dem hier heimischen Luchs wird man aufgrund seiner Nachtaktivität bei gutem Fotolicht wohl kaum zu Gesicht bekommen aber es konnten sich viele weitere seltene Tieraten im Nationalpark erhalten. Dazu gehören z.B. die Wildkatze (Felis silvestris), der Biber (Castor fiber), der Fischotter (Lutra lutra) sowie diverse Fledermausarten wie Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteini) und Großes Mausohr (Myotis myotis). Sogar Elche wurden bereits im deutsch-tschechischen Grenzgebiet gesichtet. Legendär sind auch die starken Rothirschbestände im Bayerischen Wald.
Da diese Tiere aber sehr scheu und zumeist in der Dämmerung bzw. Nachts aktiv sind ist eine Fotopirsch ohne Ortskenntnis recht mühsam und zeitraubend. Zudem sind die Bestände schlecht oder aufgrund des Wegegebotes überhaupt nicht zugänglich.
Für alle Tierfotografen, oder solche die es werden wollen, sei somit das Tierfreigehege bei Neuschönau wärmstens empfohlen. Hier kann man zahlreiche der in Mitteleuropa heimischen bzw. ehemals heinmischen Wildtierarten in ihrem natürlichen Umfeld fotografieren. Aktuell leben in dem großzügig angelegten Areal ca. 45 verschiedene Vogel- und Säugetierarten (u.a. auch Braunbär und Wisent). Alle Gehege und Volieren sind über einen gut ausgebauten und barrierefreundlichen 7 km langen Rundweg erschlossen.
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